Das Gesetz der Savanne

Christian Kandutsch

Victoria Gräfin von Thurn & Taxis

Erfolg überlebt: Was Führungskräfte aus
dem Reich der wilden Tiere lernen können 

Fundstücke

Seine Macht gründet nicht auf Respekt, sondern auf Angst. Das Rudel wartet still unter den Moringabäumen, bis der Koloss sich endlich vom Fressplatz schleppt – erst dann wagen sie sich vorsichtig an die Reste. Die Regel ist klar: »Dem lieber nicht zu nahe kommen – der ist unberechenbar.«

Nicht zufällig steckt im Wort Führungskraft das Wort Kraft.

Wer einmal überlebt hat, wird vorsichtig. Wer lange überlebt, wird klug.

Man stelle sich vor, man nehme einem Dauer-Typ wie Malu die Struktur oder verweigere einem Distanz-Typ wie Franzi jede Möglichkeit zum Rückzug oder zur Herausforderung. Das Ergebnis ist nicht nur Frust, sondern Leistungsverlust.

Das Hartebeest lebt noch, atmet aber schwer. Ich gehe wie im Traum zu Dukat zurück und zögere am Köcher. Soll ich ihn erlösen?

Old Marten stellt sich auf einen Termitenhügel, wenn er Signale senden will – nicht, weil er sich inszenieren möchte, sondern weil er verstanden werden will.  Seine Signale, ob durch Körperhaltung, Bewegungsrichtung oder Blick, sind für alle sichtbar.

Ich nahm einen dicken Knüppel vom Boden und schleuderte diesen gezielt in die Äste oberhalb der Schlange. Der Aufprall mit dem dazugehörigen dumpfen Geräusch erschreckte das Reptil, und die herunterfallenden kleineren Zweige taten ihr Übriges.

Das Gespräch, das sie am letzten Arbeitstag führten, war höflich und professionell. Nur ein Satz blieb hängen, beiläufig hingeworfen, nicht einmal als Vorwurf gemeint: »Ich glaube, ich habe irgendwann einfach aufgehört, gehört zu werden.«

»Das war nicht deine Baustelle«, zischt Inelu.
»Doch«, sagt Elya. »Es ist unser Nest.«

Erst als das austretende Blut die Bissstelle wahrscheinlich zu glitschig machte, löste das Borstenhörnchen seinen Biss und ließ sich elegant zu Boden gleiten.

Klarheit heißt auch: abgrenzen. Was nicht passieren soll, gehört auf den Tisch. »Ich will nicht, dass unser Verhältnis durch dieses Gespräch leidet.« Es ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Verantwortung.

Mein Pa hat immer gesagt, dass der Winkel für so einen »Stoppschuss« das Entscheidende ist. Ist er zu steil, dann fliegt der Sand nicht – und die Wirkung des Schusses ist verfehlt. Robertsons Schüsse saßen exzellent da, wo sie hinsollten.

Die Führungsrolle wird zur Belohnung für Kompetenz, nicht für Haltung. Und so landen Menschen in Positionen, für die sie weder vorbereitet noch sensibilisiert worden sind. Kein Wunder, dass sie überfordert sind.

Echte Gefolgschaft entsteht nicht durch Hierarchie, sondern durch Haltung.

Fragen wie »Was läuft gut? Was nervt? Was würden Sie sofort ändern, wenn Sie könnten?« sind Führungsfragen.

Manchmal treibt er einzelne Tiere gezielt an die gefährlichsten Stellen – dorthin, wo das Flussufer steil abfällt, wo Krokodile im trüben Wasser lauern. Angeblich als Strafe, doch der Rest des Rudels spürt: Das ist keine Führungsmaßnahme, sondern reine Schikane.

Meine Hand gleitet vom Köcher automatisch in die Packtasche zu der großen Wasserflasche. Damit gehe ich zum verletzten Tier zurück. Er hat natürlich Einschnitte durch den scharfen Draht, der sich durch seine Haut tief ins offene Muskelgewebe gefressen hat.

Menschen lernen durch Imitation. Was sie sehen, prägt ihr Verhalten. Das gilt im Tierreich genauso wie in der Arbeitswelt.

Nicht jeder ist für jede Aufgabe gemacht – weder im Büro noch in der Savanne.

Stimmen zum Buch

Dieses Buch ist nicht über Nacht entstanden. Teile des Manuskripts wurden früh gelesen, diskutiert und gespiegelt – von Menschen aus Führung, Beratung und Praxis. Die folgenden Stimmen stammen aus dieser Vorab-Lektüre. Sie sind keine Bewertungen nach Verkaufsstart, sondern ehrliche Reaktionen auf Inhalte, Haltung und Wirkung des Buches.
Weitere Stimmen werden ergänzt, sobald das Buch erschienen ist.

Klaus-Jürgen

Projektmanagment

»Mein erster Eindruck war Skepsis, frei nach dem Motto wieder alter Wein und neuen Schläuchen. Dann hab ich mir gedacht, nicht alles was für die Tiere stimmt, muss auch für Menschen gelten – bis ich einen MATAYO kennenlernen durfte…«

Anja

Grafikerin

»Die Tiergeschichten wirken nicht wie Metaphern, sondern man merkt, da steckt mehr dahinter. Manche Kapitel musste ich am Stück lesen, weil es mich nicht losgelassen hat«

Klaus

HR

»Es geht weniger um Methoden und mehr um Haltung. Also wer schnelle Rezepte sucht, ist hier falsch. Die „Selbst-erlebt“ Teile sind zum Teil langatmig, bleiben aber trotzdem spannend. Ich habe mich richtig gut abgeholt gefühlt!«

Michael

Gebietsleiter, Außendienst

»Ich habe sofort an meinen Alltag gedacht. Wenn es ruhig ist, ist Führung leicht, aber wenn es kracht, dann zeigt sich alles (wie bei Franzi & Co). Das Buch bleibt genau an diesem Punkt stehen und man wird gezwungen, hinzusehen.«

Karoline

Studentin

»Ich durfte das Buch schon vorab probelesen. Zuerst dachte ich, das betrifft mich ja nicht, doch weit gefehlt – ich habe fast meinen halben Jahrgang wiedererkannt ;). Danke für diese bereichernde Lektüre!«

David

Berufssoldat

»Hier spricht keine Theorie. Man merkt, dass das aus Praxis kommt – inklusive der Spannungen, Widersprüche und unbequemen Seiten von Führung.«

Sandrine

Fachärztin

»Ich habe vieles wiedererkannt. Nicht auf der inhaltlichen Ebene, sondern im Umgang mit Unsicherheit, Verantwortung und Grenzen. Das Buch urteilt nicht vorschnell und erklärt nichts zu Ende – das entspricht meinem beruflichen Alltag mehr, als mir lieb ist. Entscheidungen entstehen hier nicht aus Lehrbüchern, sondern aus Situationen. Genau das macht die Lektüre unbequem und zugleich erstaunlich präzise.«

Barbara

HR e-Learning Specialist

»Ich hatte keine Ahnung wer oder was Hartebeester sind!“ Jedenfalls hat mir die Geschichte Mut gemacht, weil sie zeigt, dass Unsicherheit zum Führen dazu gehört. Mein learning aus dem Buch: Man erkennt schnell,  das Führung eigentlich einfacher ist als gedacht!«

Kurt

Produktionsleiter

»Nicht alles ist leicht zu lesen, aber vieles ist richtig. Es geht um Situationen, die man kennt, wenn Verantwortung da ist und Entscheidungen Folgen haben. Die Einleitungskapitel „Wer sie wirklich sind“ sind ein willkommener ergänzender Teil zum Rest des Buches.«

Buch kaufen

DAS GESETZ DER SAVANNE

Christian Kandutsch

Victoria Gräfin von Thurn & Taxis

Wenn es ernst wird, zählen nicht Titel, Positionen oder KPIs, sondern Haltung, Klarheit und Verantwortung. Dieses Buch zeigt, wie Führung wirklich funktioniert: so kompromisslos, wirksam und ehrlich wie die Natur selbst. Hartebeester, Löwen, Erdmännchen und Borstenhörnchen sowie Siedelweber werden zu Lehrmeistern für Führung, die Orientierung gibt, Verantwortung stärkt und Zusammenarbeit schafft, die wirklich trägt. Wer nicht länger »so wie alle« führen möchte, sondern so, dass es wirkt, findet hier das Fundament dafür.

Softcover
Format: 140×210
Seitenzahl: 312

ISBN:
978-3-99192-101-1 (Softcover)
978-3-99192-100-4 (E-Book)

eBook verfügbar u.a. bei:

Christian Kandutsch

Christian arbeitet seit vielen Jahren mit Führungskräften und internationalen Organisationen. Sein Blick ist geprägt von realen Entscheidungen, realen Konsequenzen und der Frage, was trägt, wenn Modelle nicht mehr helfen.

Seine Texte entstehen aus Praxis und Zuspitzung. Aus Situationen, in denen Klarheit gefordert ist und Ausweichen keine Option mehr ist. Er beschreibt nicht, wie Führung sein sollte, sondern legt frei, was sie verlangt.

Mehr erfahren:

Victoria Gräfin von Thurn & Taxis

Victoria ist Medizinerin und Autorin und lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Afrika. Die Nähe zur Savanne prägt ihren Blick auf Natur, Tiere und menschliches Handeln. Was sie beschreibt, ist keine Metapher, sondern Erfahrung. Ihre Geschichten entstehen aus Beobachtung und Zeit. Aus Situationen, in denen Entscheidungen nicht vertagt werden können und Verantwortung konkret wird. Sie erklären nicht, sie zeigen. Sie ordnen nicht ein, sie lassen erkennen.

So entsteht ein erzählerischer Raum, der wirkt, ohne zu belehren. Die Texte schaffen Bilder, die bleiben – und eine Tiefe, aus der sich vieles erschließt, ohne ausgesprochen zu werden.

Reinhören

Die Geschichte, wie Das Gesetz der Savanne entstanden ist.

Ein Blick zurück an den Anfang. Wie aus einer Idee Schritt für Schritt ein Buch wurde – und wie sich eine Zusammenarbeit entwickelte, die dieses Projekt möglich gemacht hat.

08:02 min

"Wilde Tiere nimmt man nicht mit nach Hause"

Die mit den Tieren spricht: Victoria erinnert sich an jenen Tag auf der Farm, als sie als Kind mit ihrem Vater unter dem wachsamen Blicken des Gepardenweibchens fünf Gepardenjunge aus einer Höhle befreite. 

18:03 min

Ein Augenblick, der bleibt

Eine wahre Geschichte aus der Savanne: Ein Hartebeest, geschwächt bis an die Grenze des Überlebens – und eine Entscheidung, die zeigt, was Verantwortung in der Natur wirklich bedeutet.

24:57 min

Wenn der Schatten kommt...

Erdmännchen und Borstenhörnchen müssen keine Freunde sein, um miteinander zu bestehen. Wenn zwei Abteilungen einander brauchen, aber grundverschieden ticken, wird die Zusammenarbeit zur Engstelle – und Verhalten unübersehbar.

08:13 min

Die dunkle Seite der Savanne

Prinzip der Klarheit

„Ich schau mir das noch kurz an“, sagt das Hartebeest, und lässt die Herde ziehen.

Löwe: check.

Prinzip der inneren Haltung

„Ich halte mich da jetzt bewusst zurück“, sagt der Löwe. 

Ein guter Satz.
Für den Nachfolger.

Prinzip der ergänzenden Unterschiedlichkeit

„Den brauch ich nicht.“ sagt das Erdmännchen.

Einmal.

Danach fehlt das Borstenhörnchen.

Prinzip der leisen Führung

„Das draussen am Rand ist mein Ast“, sagt der Siedelweber.

Ganz schön exponiert. Ganz schön für jemanden mit Appetit.

Christian Kandutsch

Das Gesetz der Savanne

Und welches Tier steckt in Ihnen?

FAQs